Sie leiden unter Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder nächtlichen Schmerzen in der Hand? Diese Beschwerden können auf ein Karpaltunnelsyndrom hinweisen, bei dem der Mittelarmnerv eingeengt wird. Damit es nicht zu bleibenden Nervenschäden kommt, kann je nach Schweregrad eine operative Behandlung notwendig sein. Hier erhalten Sie einen Überblick zu Symptomen und Behandlung, die als Hilfestellung für Ihre Entscheidung dienen sollen.
Behandlung Karpaltunnelsyndrom
Alles auf einen Blick
- Behandlungsort: Wien und Linz
- Klinik: ambulant
- Behandlungsdauer: 30–60 Minuten
- Ausfallzeit: je nach Tätigkeit wenige Tage bis 2 Wochen
- Anästhesie: örtliche Betäubung oder Dämmerschlaf
- Schmerzen: keine
- Kosten: ab € 1900
Was ist das Karpaltunnelsyndrom?
Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Einengung des Nervus medianus im sogenannten Karpaltunnel – einem engen Kanal an der Handgelenkinnenseite, der durch Handwurzelknochen und das Ligamentum carpi transversum (ein straffes Bindegewebsband) gebildet wird. Durch diesen Kanal verlaufen sowohl der Nervus medianus als auch mehrere Beugesehnen der Finger. Der Nerv ist für das Tastgefühl in Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie für die Steuerung bestimmter Handmuskeln zuständig.
Da der Karpaltunnel an und für sich schon kaum Spielraum lässt und anatomisch sehr eng ist, genügen bereits geringfügige Veränderungen im Gewebe, um den Nerv unter Druck zu setzen und die typischen Beschwerden auszulösen. Wird er dauerhaft eingeengt, können die Nervenfasern langfristig geschädigt werden. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung umso wichtiger.
Das Karpaltunnelsyndrom betrifft Frauen häufiger als Männer und tritt überwiegend zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf.
Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom
Das Karpaltunnelsyndrom entsteht, wenn Druck auf den Mittelarmnerv ausgeübt und dieser gereizt wird. Die Gründe dafür können vielfältig sein:
Überlastung
Einseitige und repetitive Belastungen zählen zu den häufigsten Auslösern. Wer täglich stundenlang tippt, schraubt oder gleichförmige Handbewegungen ausführt, reizt die Sehnen im Karpaltunnel.
Hormonelle, rheumatische und stoffwechselbedingte Ursachen
Hormonelle Veränderungen und Stoffwechselstörungen können ebenfalls der Grund für ein Karpaltunnelsyndrom sein. In der Schwangerschaft, den Wechseljahren oder bei Schilddrüsenerkrankungen kommt es vermehrt zu Wassereinlagerungen und Veränderungen im Bindegewebe – auch im Bereich des Handgelenks. Genauso können rheumatische Erkrankungen durch entzündliche Schwellungen der Sehnenscheiden und des umliegenden Gewebes zur Einengung des Nervs beitragen.
Anatomische Faktoren & Verletzungen
Eine angeborene Engstellung des Handgelenks kann genetisch bedingt sein und das Risiko für ein Karpaltunnelsyndrom erhöhen. Auch knöcherne Veränderungen oder Fehlstellungen nach Handgelenksfrakturen können den verfügbaren Raum für den Nerv weiter einschränken.
In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen – man spricht dann von einem idiopathischen Karpaltunnelsyndrom.
Symptome des Karpaltunnelsyndroms
Typische Symptome des Karpaltunnelsyndroms sind vor allem Kribbeln, ein taubes Gefühl oder Schmerzen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, manchmal auch im Ringfinger. Diese Beschwerden treten häufig nachts oder frühmorgens auf und können bis in den Arm ausstrahlen. Viele Betroffene berichten zudem von einem Schwächegefühl in der Hand, wodurch das Greifen schwerfällt oder Gegenstände leichter aus der Hand fallen. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu einem Kraftverlust und Muskelabbau im Daumenbereich kommen.
Ein frühes Anzeichen sind nachts auftretende Taubheitsgefühle oder Schmerzen in den Händen. Im Schlaf wird das Handgelenk oft unbewusst stark abgeknickt, wodurch sich der Karpaltunnel weiter verengt und der Druck auf den Nerv zunimmt. Viele Betroffene empfinden eine kurzzeitige Linderung, wenn sie die Hand bewegen oder ausschütteln. Im weiteren Verlauf treten die Beschwerden auch tagsüber auf, vor allem bei Tätigkeiten, die das Handgelenk belasten.
Typische Beschwerden im Überblick:
- Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Fingern
- Nächtliche Schmerzen, die bis in den Unterarm ausstrahlen können
- Nachlassende Griffstärke
- Feinmotorische Einschränkungen bei alltäglichen Aufgaben wie dem Zuknöpfen der Jacke oder dem Greifen kleiner Objekte
- Im fortgeschrittenen Stadium: Muskelschwund am Daumenballen mit dauerhaftem Kraftverlust und anhaltender Taubheit
Ein gelegentliches „Einschlafen“ der Hand ist in der Regel unbedenklich. Wenn die Beschwerden jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und stärker werden, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Beschwerden. Bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund. Dazu gehört vor allem das Tragen einer Handgelenksschiene, insbesondere nachts, um das Handgelenk in einer neutralen Position zu halten und den Druck auf den Nerv zu reduzieren. Ergänzend können entzündungshemmende Medikamente oder gezielte Dehn- und Entlastungsübungen helfen. Generell spielt das Vermeiden belastender Bewegungen eine wichtige Rolle.
Wenn die genannten Maßnahmen keine ausreichende Besserung bringen oder die Symptome bereits schwerwiegender sind, ist eine operative Behandlung sinnvoll. Ziel des Eingriffs ist es, das straffe Handgelenksband zu durchtrennen und damit den Druck im Karpaltunnel zu verringern und dem Nerv wieder mehr Platz zu verschaffen.
Die Operation kann entweder endoskopisch oder offen erfolgen. Bei der offenen Operation erfolgt die Schnittführung entlang der Lebenslinie in der Hohlhand. Anschließend wird das Handgelenksband freigelegt und durchtrennt. Bei der endoskopischen Methode wird das Handgelenksband durch einen sehr kleinen Schnitt unter Kameraführung durchtrennt.
Dr. Siegl klärt in einem persönlichen Gespräch, welche Therapie für Ihre individuelle Situation am sinnvollsten ist.
Nach der Karpaltunnel-OP: Was ist zu erwarten?
In der Regel kommt es nach dem Eingriff zu einer vollständigen Rückbildung der Beschwerden. Die typischen Kribbel- und Taubheitsgefühle bessern sich bei den meisten Patienten bereits in den ersten Wochen nach der Operation deutlich. Bei längerem Krankheitsverlauf – insbesondere wenn bereits ein Muskelschwund eingetreten ist – können Restbeschwerden bestehen bleiben.
Wie bei allen operativen Eingriffen sind Komplikationen nicht vollständig auszuschließen und im Einzelfall nicht immer vorhersehbar. Über die möglichen Risiken und Komplikationen werden Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch aufgeklärt.
Nach der Operation zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms sind Sie sofort wieder gesellschaftsfähig. Ein Ruhigstellen der Hand ist in der Regel nicht erforderlich, allerdings sollten Sie sich für 6 Wochen nach der OP körperlich schonen.
Häufig gestellte Fragen zum Karpaltunnelsyndrom
Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?
Beim Karpaltunnelsyndrom wird ein Nerv im Handgelenk (der Nervus medianus) eingeengt. Das kann zu Kribbeln, Taubheit, Schmerzen und später auch zu Kraftverlust in der Hand führen.
Wann sollte ich mit meinen Beschwerden zum Arzt gehen?
Wenn Symptome wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle regelmäßig auftreten und sich verschlimmern, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Kann sich das Karpaltunnelsyndrom von selbst bessern?
In leichten Fällen können sich die Beschwerden durch Schonung verbessern. Häufig schreitet die Erkrankung jedoch ohne Behandlung fort.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Je nach Ausprägung kommen konservative Maßnahmen wie Schienen oder Medikamente infrage. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Operation notwendig sein, um den Druck auf den Nerv zu entlasten.
Wie läuft die Operation ab?
Bei dem Eingriff wird das Karpalband durchtrennt, um den eingeengten Nerv zu entlasten. Die Operation erfolgt in der Regel ambulant und dauert nur 30 Minuten.
Wann bin ich nach der Karpaltunnel-OP wieder arbeitsfähig?
Leichte Büroarbeit ist nach wenigen Tagen wieder möglich, bei körperlich belastenden Tätigkeiten kann die Erholungsphase länger dauern. Die meisten Patienten sind nach 4–6 Wochen wieder voll arbeitsfähig.
Ist die Karpaltunnel-OP schmerzhaft?
Der Eingriff selbst ist schmerzfrei, da er unter Anästhesie durchgeführt wird. In den Tagen nach der Operation sind leichte Schmerzen im Wundbereich normal und gut mit einfachen Schmerzmitteln zu behandeln.
Kann das Karpaltunnelsyndrom wiederkehren?
Grundsätzlich ja, aber es ist nach einer operativen Behandlung sehr selten.
Bleiben Narben zurück?
Es entsteht eine kleine Narbe im Bereich des Handgelenks oder der Handfläche. Diese ist in der Regel unauffällig und verblasst mit der Zeit.






